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/// BAG Spielmobile "Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung



27.06.2013 - Kennen Sie das noch? Das Feuerrote Spielmobil? Das fuhr in den 1970ern über die Mattscheibe und kurbelte die Fantasie der Kinder an. Nach dem Motto: eines für alle. Jetzt gibt es dagegen für fast alle eins

Locker machen und das Konzept im Auge behalten

Kennen Sie das noch? Das Feuerrote Spielmobil? Das fuhr in den 1970ern über die Mattscheibe und kurbelte die Fantasie der Kinder an. Nach dem Motto: eines für alle. Jetzt gibt es dagegen für fast alle eins – also viele Spielmobile an vielen Orten. Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Spielmobile ist der Dachverband für mobile, spielkulturelle Projekte, kurz Spielmobile genannt. Was dahinter steckt, ist schon seit mehr als 20 Jahren der Versuch, eine Art Sprachrohr zu bilden: Ein Fachverband für die nicht organisierten Spielmobile oder spielkulturellen und mobilen Spielprojekte innerhalb Deutschlands sowie dem internationalen deutschsprachigen Raum. Kerstin Guthmann ist seit April 2013 Projektmanagerin bei der BAG Spielmobile im Programm "Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung". Ihr Gelingens-Rezept: Locker machen und das Konzept im Auge behalten.

2013 bis 2017 fördert das BMBF mit dem Programm "Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung" Maßnahmen Kultureller Bildung, die von lokalen Bündnissen vor Ort geplant und durchgeführt werden. Umgesetzt wird das Förderprogramm gemeinsam mit 35 bundesweiten Verbänden und Initiativen, die dafür in einem wettbewerblichen Verfahren ausgewählt wurden. Kerstin Guthmann ist seit April 2013 als Projektmanagerin der BAG Spielmobile im Programm "Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung" dabei. Das KmS-Team wollte von ihr zunächst wissen:

 

Die Überschrift des Programms beginnt mit "Kultur macht stark" – was bedeutet für Sie "stark"?

Stark machen heißt für mich, Kinder in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken. Sie sollen stolz sein und Spaß am Können haben. Da sind dann nicht immer mit empirischen Methoden sofort messbare Wirkungen und Ergebnisse abrufbar, klar. Stark machen heißt eigentlich, durch Spielaktionen beim Spielmobil eben Feuer in den Kindern zu entfachen, Initialzündungen auszulösen. Impulse zu setzen, dadurch, dass sie selbständig, freiwillig und selbstbestimmt Lernorte oder Lernbereiche für sich entdecken und so in ihrer Freizeit spielend lernen. Dafür brauchen sie Zeit, Material und Raum im wörtlichen wie übertragenen Sinne. Also, Initialzündungen durch einfach ausprobieren, einfach machen, einfach experimentieren.

Können diese Initialzündungen, die positiven Erfahrungen, dann auch sozusagen das innere Rückgrat stärken? So dass Kinder, wenn sie Negatives in ihrem Umfeld erfahren, sich auf die positiven Erlebnisse zurückbeziehen können?

Ich würde es umgekehrt formulieren: Stark macht es Kinder, wenn sie am Erfolg lernen und Spaß am Erfolg haben. Stark macht auch, Misserfolge als Teil des Lebens zu sehen und sich durch sie nicht entmutigen zu lassen, eine Sache, die einem wichtig ist, nochmals zu versuchen. Das setzt auch langfristige Impulse, und die Kinder erfahren dadurch, wie wirksam ihr eigenes Lernen sein kann. So, dass sie sich langfristig daran erinnern können: "Mensch, was ich da gemacht habe, das hat eigentlich gut geklappt und hat sich gut angefühlt. Das will ich wieder machen!" Durch diesen Wunsch kann Motivation entstehen, sich mit einem Gegenstand oder Menschen intensiv auseinander zu setzen. Damit haben wir einen idealen Nährboden für die Entwicklung kulturellen Interesses und in Folge auch langfristige Bildungswirkungen und damit Persönlichkeitsstärkung insgesamt. Um auf Ihre Frage zurückzukommen: starke Kinder stehen Negativem wehrhafter gegenüber.

Sie sind einer der Verbände, die sich an dem Programm "Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung" beteiligen. Worin besteht denn für Sie die zentrale inhaltlich-fachliche Herausforderung des Programms?

Naja, die liegt einerseits darin, das herzustellen, was das Programm beabsichtigt: Bildungswirkungen bei bildungsbenachteiligten, bis hin zu bildungsfernen Kindern und Jugendlichen von 0 bis 18, durch Kulturelle Bildung zu erreichen oder zu erzielen. Ein Konzept und Maßnahmen zu entwickeln, die durch unseren spielkulturellen Ansatz eben diese Bildungswirkung erreicht, die wir auf der Basis langjähriger Erfahrung prognostizieren. Wir sagen: Wir sind genau die richtigen Anbieter in diesem Programm und wollen das auch unter Beweis stellen.

Andererseits liegt eine große Herausforderung darin, mit dem immens hohen bürokratischen Aufwand, der bis zur lokalen Ebene durchdringen muss, bundesweit eine Riesenmenge zivilrechtlicher Akteure, also, Vereine und Initiativen zu lokalen Bündnissen zu vereinen, was ich, das möchte ich ausdrücklich betonen, auch für einen starken Ansatz des Programms halte.

Dass hört sich nach einer großen Herausforderung an …

Ja, das ist es auch.

Wenn jemand verschlagwortet sagen würde: "Die mobile Kulturarbeit der Spielmobile zieht durch die Sozialräume wie ein Zirkus." Wäre das eine Negativ-Kritik oder ein Kompliment?

(Lacht) Das ist in zweierlei Hinsicht ein Kompliment. Einmal aus diesem Gesichtspunkt: Im ländlichen Raum spricht man von dem  "Kirmes-Effekt". An die Kirmes, genau wie an den Zirkus erinnert man sich immer wieder gerne, weil sie als einmalige Jahresaktivität einen besonderen kulturellen Höhepunkt im dörflichen Gemeindeleben darstellt und eine hohe Magnetwirkung in der Bevölkerung hat. Nach dem Motto: "Da ist was los, da gehen wir hin!"

Zum zweiten Gesichtspunkt des Kompliments: Die Spielmobile selbst waren es, die den Kinderzirkus "salonfähig" gemacht haben und mit pädagogischen Manifestationen oder Theorien die Zirkuspädagogik beschrieben und in die Gesellschaft verbreitet haben. Ich selbst habe Ende der 1980er Jahre einen von der Pädagogischen Aktion München eigens spezialisierten Zirkusspielbus geleitet und bin über die Spielplätze gefahren. Ich verbinde mit Zirkus neben dem hohen Erlebnischarakter aber vor allem auch eine sehr große Menge an Kompetenzen und Fähigkeiten in den Bereichen wie der Motorik, des Sports, der Magie, der darstellenden Künste, der Organisation eines Projekts, der Kreativität bei der Gestaltung von Kulissen, der Feinmotorik bei der Präsentation von Zauber- und Jonglagetricks und so weiter … all das versehen mit den Effekten des Staunens, wegen des Selbermachens und über das Selbermachen. Nicht zuletzt aufgrund der Vielfalt an "handwerklichen" Fertigkeiten und Vielfalt des kulturellen Lernens, die ein Zirkus mit sich bringt, hat sich auch die in diesem Trägerverbund berücksichtigte Initiative "Zirkus macht stark!" gegründet und professionalisiert.

Inwiefern ermöglicht Spielmobilen ihre Mobilität, die Sozialräume im besonderen Maße zu berücksichtigen?

Der mobile Charakter hat einen Vorteil: Dadurch, dass die meisten Spielmobile auf Rollen sind, heißt es: Ich rolle oder bewege mich dorthin, wo die Kinder sind. Ich suche die Kinder auf. Wir begegnen uns dadurch ganz unkompliziert und ganz natürlich. Das ist auch unser Vorteil, vielleicht auch unsere Herausstellung, im Hinblick auf das Förderprogramm "Kultur macht stark". Ich muss nicht erst eine "große Glocke" läuten und, platt gesprochen, sagen: "Kommt zu mir ihr  Bildungsbenachteiligten!" Und dann kommen sie doch nicht, weil es doch noch irgendwo vielleicht unerwartete Schwellen gibt oder irgendwelche Eintrittsgelder, Anmeldegebühren, Bustickets und so weiter, die es zu kaufen gilt. Als Spielmobil bin ich einfach schon da, in deren Alltag, auf deren Plätzen, in deren Ecken, wo sie zu Hause sind, auch bei den Peers und dort können pädagogische Prozesse oder Spielprozesse stattfinden. Es werden Alltagslerngelegenheiten im Sozialraum geschaffen ohne, dass es einer großen Inszenierung bedarf.

Was ist denn dann der natürliche Lebensraum der Spielmobile?

Das ist eine lustige Frage – wie eben schon gesagt, der ist da, wo die Kinder sind. Öffentliche Plätze, Höfe, Straßen, Grünanlagen, Parkplätze und -nischen, Schulhöfe oder sogar mal ein Vorgarten, Asphaltiertes wie Begrüntes, Enges oder Weites, Naturraum oder Kulturraum, Indoor wie Outdoor, Stadt, Land - ist egal. Selbst Spielschiffe haben wir schon! In der Stadt kommt es häufiger vor, aber auch auf dem Land kann man Kindern mit Zeit, Zeug und Raum neue Horizonte des Spielens ermöglichen. Die Mobilität ermöglicht den Spielmobilen, wirklich jedweden erdenklichen Sozialraum ansteuern zu können: Die Mobilität ist gleichsam Flexibilität, begünstigt Spontaneität, erfordert Improvisation, zeigt Individualität, aber nie ohne Konzept und Kompetenz.

Die BAG Spielemobile setzt einen eigenen Schwerpunkt mit "Bildungslandschaften spielend erkunden und mitgestalten". Was ist das und wie gestaltet sich das?

Wir sagen: Die Kinder, die in ihrem alltäglichen Lebensraum sind, kennen sich dort eigentlich am besten aus. Sie kennen ihre Umgebung, ihre Wege, kennen jeden Strauch und können meistens auch den langweiligsten Weg zum Entdeckerweg machen. Sie sind  Experten in ihrem Sozialraum, und dort wo sie Experten sind, möchten wir sie auch gerne in ihrer Expertenrolle abholen.

Und wie machen Sie das?

Wir sagen im übertragenen Sinn: "Kinder, ihr könnt uns zeigen, wo in eurem vertrauten, heimatlichen oder regionalspezifischen Kontext Spiel-, Aufenthalts- und vor allem Lern- und Erlebnisbereiche sind. Also: Wo sind eure "Geheimverstecke" und spannenden Areale? Was macht, zum Beispiel, den Weg, den ihr nehmt, prickelnd oder auch nicht?" Und dann untersuchen wir an diesen Orten, was genau diese Orte an sich haben, was diese Orte von sich erzählen, warum sie da sind, woher sie kommen, wer sie gebaut hat, was genau an ihnen oder in ihnen so passiert oder auch nicht passiert. Und dann gehen wir weiter und erweitern diese Orte mit den Kids und erweitern so den Radius. Und stellen fest, dass noch mehr Orte und Örtchen in ihrer unmittelbaren Lebensumwelt etwas Spannendes zu erzählen haben, "Aha Effekte" auslösen können. Die Orte werden markiert, die "Aha-Erkenntnisse" werden festgehalten, schriftlich, fotografisch, künstlerisch, digital und werden dadurch zu Stationen. Viele einzelne Stationen, die etwas zu sagen haben, bilden einen Parcours, einen Bildungspfad oder gleich eine ganze Bildungslandschaft, wenn man so will.

Sie wollen die Kinder also zum Entdecker machen – wie denn?

Wir machen mit den Kindern tatsächlich Forscher-Aktionen. Die Kinder werden mit Forscherausrüstung ausgestattet, damit ihnen der Rollenwechsel leicht fällt und dann ziehen sie los und machen Interviews, erforschen ihr Lebensumfeld selbst: mit Digital-Kamera,  Fragebogen, Lupen, Mikrofon, Kopfhörer und Aufnahmegerät, Tablets, spezifischer Software: Sie kennen ja vielleicht das alte Sprichwort: "Um ein Kind zu erziehen, braucht man ein ganzes Dorf". Dieses Zitat haben wir uns zu Eigen gemacht. Die Kinder beobachten und entdecken ihren alltäglichen Lebensraum selbst und beschreiben dann, was es da Interessantes gibt. Zum Beispiel gehen sie vielleicht jeden Tag an einem Bäcker vorbei. Diesen besuchen sie dieses Mal nicht als Käufer, sondern als Forscher, mit Kamera oder Aufnahmegerät, um herauszufinden, wie das Brot gebacken wird. Idealerweise bekommen sie eine Führung durch die Bäckerei. Sie lernen von dem Bäcker, wie man Brezeln formt und backt. Sie werden kurzfristig zu Mitbäckern. Wenn das so passiert, ist die Bäckerei ein Bildungsort. Diese Lernorte sind austauschbar: Kanzlei, Supermarkt, Krankenhaus. Aber es geht auch der Spielplatz, der Wasserlauf, das Museum, das Bürgermeisterbüro, der alte Baum, die Wohnsiedlung …

Das können aber immer nur wenige Kinder machen …

Ja, wenn "wenige" 20, 30, 40 oder 60 Kinder heißen, ja. Aber, diese Kinder können wiederum etwas für andere Kinder daraus machen. Sie werden zu Multiplikatoren und damit werden aus Wenigen Viele. Sie stecken ihre Informationen zum Beispiel in eine Stadtteilkarte oder verschlüsseln die erforschten Infos in QR Codes oder versehen sie mit GPS Koordinaten oder setzen sie künstlerisch verarbeitet auf eine Website. Sie beschreiben dann: "Wenn ihr da noch mal vorbeikommt, da gibt es tolle Brötchen, die macht der Bäcker mit diesem Rezept selbst." Und ich, als Forscher, lerne dadurch, dass ich all das für andere Kinder beschreiben darf, lerne die Welt mit anderen Augen kennen, weil ich lerne, sie FÜR andere zu betrachten. Das löst Bewusstseinsprozesse aus. Das vermittelt genau die Erfolge und die Effekte, die wir anfangs als "stark machen" beschrieben haben. Ganz nebenbei übrigens erfahren und lernen die Spielforscher den kompletten technischen und kreativen Herstellungsprozess beispielsweise einer virtuellen Stadtteilkarte, eines digitalen Audioguides, einer GPS Educaching Rallye oder eines digitalen 3D simulierten Straßenzugs, in dem sie wohnen...

Mit welchen Ansätzen und Methoden reagieren Schulen und Träger Kultureller Bildung gemeinsam auf den Sozialraum? Welche sind besonders erfolgreich?

Es gibt da tatsächlich Schnittmengen. Die Spielmobile können durchaus in Kooperation mit den Schulen treten. Eine Möglichkeit ist die Erlaubnis, dass Spielmobile auf Schulhöfen ihre Aktionen durchführen dürfen. Es kann eine interstrukturelle Nutzung geben, bei der Schulküchen, Räume, technisches Equipment, Schulhöfe und Lehrpersonal bzw. Spielpädagogen in Interaktion treten und partnerschaftlich Programme erarbeiten. Die Kooperation kann natürlich darüber hinaus noch wachsen. Also, die Lehrkräfte können zu einem Partner in dem Spielmobilgedanken werden und Spielpädagogen werden zu Partnern der Wissensvermittlung.

Wie kann denn so eine Schul-Spielmobil-Kooperation aussehen?

Die Mitarbeiter der Spielmobile können in dem Ganztags-Schulbereich Angebote machen und Schule kann Unterricht am dritten Ort, also mit und bei Spielmobilen durchführen. Dies können zum Beispiel Zirkusprojekte als Teil des Sportunterrichts oder naturwissenschaftliche Projekte als Teil des Physikunterrichts oder als Teil des zuweilen schon stattfindenden Schulfachs Projektmanagement sein. Für mich ist vieles andere auch vorstellbar, so wie es das Programm Bündnisse für Bildung ja auch beschreibt, in dem es die Bildung von Partnerschaften fordert und fördert, laufen durchaus jetzt schon Anträge auf Förderung ein, bei denen diese spannende Konstellation als Bündnispartnerschaft bekundet wird. Oftmals beäugt man sich ein bisschen, die unkonventionellen Methoden der Spielmobile sind für die Schulen oft gewöhnungsbedürftig. Spielmobiler mögen keine engen Fachdisziplinen und keine starren 45-Minuten-Strukturen und schon gar keine Leistungserhebung als Messinstrument der Wirkungen pädagogischer Aktionen. Spielmobile pflegen eine Kultur der nonformalen Anerkennung.

In dem vorhin erwähnten übertragenen Sinn "Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind aufzuziehen": Im alltäglichen Lebensraum gibt es eben so viel praktisches und theoretisches Bildungspotential für ein Kind, das es situativ einzubinden gilt. Spielmobiler haben durch ihren Sozialraumbezug eine hohe Kenntnis über die alltägliche Lebensführung der Kinder, und können dadurch die unterschiedlichen Lernausgangsbedingungen in ihrer Komplexität erkennen und diese Kenntnis in ihr spielpädagogisches Konzept einbauen. Die eher freiheitlichen, an Phänomenen und Ressourcen orientierten nonformalen Ansätze des Spielmobilers beißen sich nun mal mit den eher fachdisziplinär orientierten zumeist doch sehr starren Schulformen. Dies birgt aber auch viele spannende Chancen, die ausbaufähig sind und von denen beide Organisationen lernen können. Hierzu gibt es an Institutionen wie der Akademie Remscheid, bei der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung und ihren Mitgliedern, zu denen auch die BAG Spielmobile zählt, zahlreiche Beispiele die sehr gut den Brückenschlag zwischen Schule und Kultur formulieren können.

Es gibt Spielmobile, die sich mit den Geheimnissen der Physik beschäftigen, was Jonglage in gewisser Weise ja auch tut. Ist das vielleicht ein An- und Verknüpfungspunkt für Schule, OGS und mobile kulturelle Arbeit?

Wenn Sie so wollen, ja. Viele unserer Spielmobile arbeiten mit thematischen Konzepten: Wissenschaftsmobile, Medienmobile, Wasserspielbusse, Zirkusmobile oder auch projektthemenorientierte Aktionen wie Mottotage o. ä. Es gibt sogar ein Handy-Mobil. In dem Programm „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ ergänzen wir am Programm beteiligte Spielmobile mit Bildungsboxen. Die Bildungsboxen enthalten didaktisches Material, mit denen die von uns angestrebten digitalen, interaktiven oder auch analogen Bildungslandschaften für Kinder entstehen können. Und wo Bildung drauf steht, müssten doch Schulen auch ein wenig neugierig werden, oder? (lacht) Es könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden.

Was muss ein Spielmobil bieten, damit sein Konzept gelingt?

Spielmobile sind die fahrenden Werkstätten der Fantasie. Sie gehen von einem Konzept aus, das Spiel als Mittel des Lernens sieht, jederzeit und immer lernen wir, wenn wir spielen. Das Konzept unterscheidet sich von anderen pädagogischen Konzepten durch seine Mobilität. Spielmobile sind unterwegs, ihr Lern- und Erfahrungsraum ist die Stadt oder das Dorf. Sie haben ihre Materialien in Bussen, Lastwagen und Transportern. Sie sind auch ökologisch unterwegs mit Fahrrad und Handwagen, Rucksack und Puppenwagen. Dann braucht man noch ein bisschen Material, wie zum Beispiel eine Bastelkiste, eine Verkleidungskiste oder einen Handwerkskoffer. Grundsätzlich arbeitet bei den Spielbussen pädagogisch geschultes Personal, dazu kommen Ideen und dann können Sie schon loslegen.

Von Kindern für Kinder, als Geheimnis des Erfolgs?

Im Grunde ja. Der Gedanke ist natürlich höchst partizipativ. Auch in dem Programm "Bildungslandschaften spielend erkunden und mitgestalten" ist es so, dass wir die angeborene Spiel- und Entdeckerfreude nutzen. Wir versetzen die Kinder dann in die Lage, zu beschreiben, was sie tun und entdecken, damit sie das dann wiederum anderen Kindern mit auf den Weg geben können.

Haben Sie Tipps für erste Spielmobil-Meter?

Man braucht ein hohes Maß an Flexibilität. Man sollte sich auf unterschiedliche Kinderstimmungen, Spielathmosphären, Raum und Ort einlassen können. Dennoch muss man das Konzept dabei im Auge behalten. Also: Locker machen und das Ziel im Auge behalten.

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