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/// Aktiv und engagiert: Die MIXED UP Jugendjury



19.03.2013 - "Ich finde das super, dass es eine Jugendjury gibt, da es um Jugend- und Kinderprojekte geht. Wir haben einen anderen Blickwinkel auf diese Arbeitsweisen", sagt Aycin Akbayir, Mitglied der Jugendjury, im Interview

Im Interview: Aycin Akbayir, Mitglied der Jugendjury des MIXED UP Wettbewerbs 2012 und 2013

Aycin Akbayir (18) aus Oldenburg ist seit 2012 Mitglied der Jugendjury des MIXED UP Wettbewerbs. Sie war Teilnehmerin des Projekts schoOL'n'art, das 2011 einen der MIXED UP Preise gewonnen hat. Das Kulturamt Oldenburg hat sie in die Jugendjury delegiert. Wer, wenn nicht jemand, der eine herausragende Kooperation von Kultur uns Schule aktiv erleben und sich darin einbringen durfte, kann beurteilen, wie gelungene Kooperationen aussehen können. Gemeinsam mit fünf weiteren Jugendlichen wählt sie im Juni den Preisträger des Jugendjurypreises 2013 aus. Sie findet es super, dass es eine Jugendjury gibt, „da es um Jugend- und Kinderprojekte geht. Wir haben einen anderen Blickwinkel auf diese Arbeitsweisen“. Das "Kultur-macht-Schule"-Team hat ihr Fragen gestellt.

 

Ein Engagement in einer Jugendjury ist nicht unbedingt alltäglich. Wie kamst du dazu, dich in der Jugendjury des MIXED UP Wettbewerbs zu engagieren?

Vor einem Jahr wurden neue Jurymitglieder gesucht und Christiane Maaß, eine Preisträgerin aus dem Jahr davor, hat bei Jugendkulturgruppen bei uns in Oldenburg nachgefragt, ob es Interessenten gäbe. Mich hat das sehr angesprochen und es kam zu einem Gespräch. Ich stellte viele Fragen. Daraufhin habe ich mich bei der Jugendjury beworben, denn es ist einfach interessant, was es für andere Projekte gibt und wie es eigentlich in anderen Städten abläuft. Ich bin sehr froh, darüber Bescheid bekommen zu haben und das machen zu dürfen.

Hast du eigene Erfahrungen mit Kooperationsprojekten von Kultur und Schule gemacht? Wie sahen diese aus?

Ja, ich bin seit etwa fünf Jahren im Theaterverein Jugendkulturarbeit in Oldenburg tätig. Unser Verein besteht seit ca. 15 Jahren und kooperiert mit mehreren Schulen, da unsere sieben Jugend- und Kindertheatergruppen in vielen Stadtteilen der Stadt Oldenburg verteilt sind. Diese Gruppen werden an einigen Schulen als AG angeboten und die Auftritte finden an mehreren Schulen und Freizeitstätten statt. Das Interessante, meiner Meinung nach, ist, dass wir Jugendliche und Kinder die Theaterstücke selbst schreiben und ebenso eigene Musik mit einbringen können. Ich habe bei solchen Projekten gespielt und gesungen, aber auch Kindertheatergruppen mit angeleitet.

Wo, glaubst du, liegt der Mehrwert dieser Kooperationen?

Ich finde es wichtig, dass die Schüler, die an den Projekten teilnehmen, sich selbst einbringen bzw. Entscheidungen mitbestimmen können. Ebenso ist mir die Nachhaltigkeit wichtig. Das sind auch große Kriterien, wonach wir in der Jugendjury entscheiden.

Partizipation und Schülerbeteiligung – sind das nur leere Versprechungen oder durftest du dies als Schülerin selbst erleben? Was verstehst du darunter?

Partizipation bedeutet für mich nicht nur, dass man sich einbringt und seine Meinung äußern kann, sondern dass man auch ein Entscheidungsrecht hat. Oft wird gesagt, die Schüler bringen sich natürlich mit ein, aber das ist nicht immer ausreichend. Ich rede von Partizipation, wenn sich die Schüler Gedanken machen, wie man bei den Projekten von Beginn an vorgeht, und wenn Schüler bei jeder Entscheidung Mitspracherecht haben. Ich hatte das Glück, das zu erleben.

Was hat sich eure Jugendjury genau zur Aufgabe gemacht? Wo habt ihr Schwerpunkte gesetzt?

Ich denke, die Aufgabe von uns ist, dass wir die Projekte ganz genau besprechen und die Ideen dahinter verstehen, z. B. die Nachhaltigkeit der einzelnen Kooperationen, die Partizipation der Schüler und die genaue Zielgruppe von den jeweiligen Projekten.

Wie arbeitet eine Jugendjury?

Zu allererst bekommen wir von allen Bewerbern, die in die Vorauswahl kamen , Materialien zugeschickt, einen Ordner voller Projekte, mit denen wir uns erstmal beschäftigen und uns eine eigene Meinungen dazu bilden. Wir haben Beschreibungen, Texte, Fotos, Videos, Lieder und so weiter. Dann wird ein Treffen organisiert, wo wir von Projekt zu Projekt alles einzeln durchgehen und die Projekte aussuchen, die wir als Favorit sehen. Auf diese gehen wir dann genauer ein und diskutieren, bis wir uns auf einen Preisträger einigen.

Welchen Beitrag kann eine Jugendjury für die Arbeit der Fachstelle bzw. des Wettbewerbs MIXED UP leisten? Siehst du auch Schwierigkeiten?

Ich finde das super, dass es eine Jugendjury gibt, da es um Jugend- und Kinderprojekte geht. Wir haben einen anderen Blickwinkel auf diese Arbeitsweisen. Wir sind teilweise selbst als Schüler mittendrinn und können möglicherweise gut beurteilen, wie das für Schüler ist und was genau da eigentlich gut funktioniert. Schwierigkeiten sehe ich da nicht, weil wir ja alles freiwillig machen und Spaß an der Arbeit haben. Ich denke, das kann nur von Vorteil für beide Seiten sein.

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