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/// 99 % Landarbeit - Mobiles Kino Niedersachen



19.03.2012 - Kino mit App für die Schule. Kultur Macht Schule Reporterin Babette Braun fragte bei der Organisatorin des Schul-Kinos Monika Feig nach

Kino mit App für die Schule

"Wir füllen eben wirklich eine kulturelle Lücke", freut sich Filmwissenschaftlerin und Kulturmanagerin Monika Feig. Sie ist eine der Moderator*innen der Schulkino Veranstaltungen des "Mobilen Kino Niedersachsen" (MKN). Das Konzept des MKN ist seit seiner Gründung im Jahr 1992, den Film auf großer Leinwand in die Regionen abseits der großen Städte zu bringen. Und die Idee des Landgangs funktioniert! Kultur Macht Schule Reporterin Babette Braun fragte die Organisatorin des Schul-Kinos Monika Feig nach Prinzip und Arbeitsweise des MKN: ...

 

War das Mobile Kino Niedersachsen von Anfang an als Landarbeit gedacht?

Ja. Unsere Arbeit ist zu 99% Landarbeit, von Anfang an. Niedersachen ist ein Flächenland: sehr ländlich mit Punkt- und Ballungszentren. Auf großer Strecke ist hier kulturell wenig los. Es gibt schon viele Versuche kultureller Angebote im Kleinen. Kino ist aber selten dabei. Das trägt sich nicht, so fällt der Film hinten runter. Das fangen wir auf.

Und das mobile Schulkino?

Da war das anders. Seit vier Jahren machen wir hierzu eine Ausschreibung. 600 Ganztags-Schulen bekommen von uns Post. Darin informieren wir über unser Jahresthema und die Filme dazu. Das klappt aber auch ganz gut, nicht wenige Schulen haben uns eingeladen, aber der Rücklauf könnte größer sein.

Wie wählen Sie Ihre Jahresthemen?

Anhand der aktuellen Ereignisse und Themen in der Gesellschaft. Dieses Jahr ist es "Mensch – Umwelt – Klima", jetzt wo wieder Tausende gegen Atomkraft auf die Straße gehen. 2011 war es Sozialkompetenz und 2010 Mobbing.

Das Thema Mobbing haben Sie auch als Dauerbrenner im Programm, habe ich gesehen.

Das ist eher ein Dauerproblem der Schulen. Wir bieten das deswegen auch an, aber Dauerbrenner ist es von uns aus nicht. Das "MKN" nutzt die Kinoveranstaltung als Mittel, die Problematik des Mobbens bewusst und ihre Auswirkungen nachvollziehbar zu machen und von Mobbing betroffene Personen zu stärken. Uns geht es insgesamt aber eher um Kompetenzbegriffe wie Sozialkompetenz und Empathie.

Oder bringen Sie das Thema Medienkompetenz in die Schulen?

Natürlich steht der Umgang mit Medien, die Gewinnung von Medienkompetenz über allen Jahresthemen. Wir ermöglichen den Schülerinnen und Schülern Film als gemeinsames Erlebnis. Über Filme kann man ja auch reden, die Erfahrung haben manche Schüler und Schülerinnen noch nie gemacht. Von uns bekommen sie vor dem Film Aufträge, auf was sie achten sollen und nach dem Film findet dann ein Gespräch statt. Darin geht es um die sozialen Themen des Films, aber auch um Filmästhetik wie Licht, Schnitt etc..

Mit welchen Methoden arbeiten Sie bei den Filmgesprächen?

Methoden wie selbst aufgestellte "Standfotos" zum Thema. Dabei stellen Kleingruppen eine Szene dar und werden fotografiert. Anschließend diskutieren wir dann in der großen Gruppe über diese Szenen. Wir machen aber auch verschiedene Spiele zur Selbst- und Fremdwahrnehmung oder Selbstverteidigung.

Sind Sie mit dem Angebot eher AN den Schulen oder schon IN den Schulen? Also, wie sehr ist das mobile Kino mit den Schulen verzahnt?

Zunächst beraten wir die Lehrer bei der Filmauswahl. Manche Lehrer behandeln Mobbing und soziales Verhalten im Unterricht und beziehen unsere Vorführung da mit ein. Es wäre schön, wenn wir gemeinsam das Film-Programm an der Schule planen könnten. Das macht aber bisher nur 1 Schule.

Gibt es eine Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft?

Mit einzelnen Lehrern. Wir geben ihnen Hilfestellung, indem wir auf die Filmhefte oder Hintergrundmaterial aufmerksam machen, die es an Fachstellen gibt, zum Beispiel der Bundeszentrale für Politische Bildung. Manche Lehrer, mit denen wir schon öfter Kontakt hatten, berichten uns dann auch, wenn die Schüler und Schülerinnen in der Klasse anfangen, sich auszutauschen über den Film und eigene Erlebnisse.

Wie wäre es denn mit einem Twitter-Angebot für Rückmeldungen von Schülern und Schülerinnen?

Schwierig, das übliche "War cool" oder "blöd" hilft ja nicht weiter. Genau solche allgemeinen Beurteilungen sind es aber, die von den Schülern kommen, jedenfalls bei den Filmgesprächen. Da sind wir dann ja vor Ort und können nachfragen, was das denn jetzt genau bedeuten soll. Wir wollen da lieber im Gespräch Vor Ort bleiben.

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