KOOPERATIONEN UND
BILDUNGSLANDSCHAFTEN

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/// Wollen die uns nicht? - Wenn nach der Kontaktbörse plötzlich Funkstille ist



13.12.2010 - Projektleiterin Christiane Maaß vom Kulturamt Oldenburg über die Marktplatzmethode

Zirkusnummern, ein Werbefilm auf dem Labtop, Theaterstücke und Musik auf der Bühne und viel Informationsmaterial. All das reichte nicht, um über die Kontaktbörse Partnerschaften zwischen Schulen und Künstlern zu knüpfen. Frustration und die Frage: "Wollen die uns nicht?", standen nach der Oldenburger Kontaktbörse im Raum. Christiane Maaß vom Kulturamt Oldenburg hat in der Stadt die Projektleitung Kulturelle Bildung. Auch sie fragte sich, was denn da los ist und dann hat sie gegoogelt ...

 

Frau Maaß, um die richtige Antwort zu bekommen, ist es oft notwendig, zu wissen wie denn die Frage lautet. Wonach haben Sie im Netz gesucht?

Nach Messen, Börsen und der Frage: Wie bringt man Leute zueinander? Ich habe aber auch in der Stadtverwaltung herumgefragt. Wir haben da eine Abteilung für Wirtschaftsförderung und auch bei der Tourismusförderung habe ich mich umgehört. Irgendwann bin ich über die von Bertelsmann unterstützte, ursprünglich für Sozialsponsoring entwickelte Marktplatzmethode gestolpert.

Was steckt hinter der Marktplatzmethode?

Stühle und Tische raus! Weg mit den Infoständen! Alle Informationen über sein Angebot trägt der Künstler am Körper. Ein Tänzer hat zum Beispiel als wandelnde Musik-Box über sein Projekt informiert. Andere haben Plakate auf Bauch und Rücken getragen oder sich mit Büchern und CDs behängt.

Müssen die Schulen nichts tun?

Die Schulen müssen sich genauso anbieten. Die haben sich aber oft gedacht: "Hm, wir haben doch nichts, was sollen wir da bieten?" Dann habe ich denen bewusst gemacht, dass sie sehr wohl Potenziale haben: Räume, kreative Schüler, aufgeschlossene Lehrer ... und dann haben die sich auch T-Shirts und andere Materialien zur Werbung gemacht.

Haben Sie mit der Methode den Spaßfaktor ins Boot geholt?

Der sollte auch nicht zu kurz kommen. Aber bei den spontanen Rückmeldungen stand eigentlich etwas anderes im Vordergrund. Ein Teilnehmer hat das so formuliert: "Man wusste, egal auf wen man zugeht, der war grundsätzlich bereit und wollte Zusammenarbeit."

Was war als Netzwerkerin Ihre Rolle bei der Marktplatzmethode?

Meine Helferinnen und ich haben zuvor die Teilnehmerlisten aufmerksam studiert und überlegt, wer zu wem passen könnte. Bei der Veranstaltung haben wir dann erst mal zugesehen, wie sich alle tummelten. Dann haben wir ab und zu mal gesagt: "Schauen Sie doch mal diese Idee hier, wäre das nichts für Sie?". Das war aber kaum nötig, die Teilnehmer stürzten förmlich aufeinander los.

Einfach nur "Suche – Biete"? Keine weiteren Regeln?

Doch! Zu Beginn des Marktplatzes gibt die Marktplatzleitung bekannt, dass das Ganze 90 Minuten dauert und für gewünschte Kooperationen Absichtserklärungen in Papierform vorliegen. Die kann man dann gemeinsam ausfüllen und muss sie von einer Markt-Notarin beglaubigen lassen. Aber, alles sehr spielerisch. Die Marktleitung gibt auch immer wieder mal bekannt, wie viele von diesen Absichtserklärungen bereits beglaubigt wurden. Eine Künstlerin hat es auf neun solcher Anbahnungen gebracht!

Damit kommt der Wettbewerb-Charakter ins Spiel ...

Ja, könnte man sagen. Wir haben sogar noch einen Förderpreis ausgelobt. ;-)

Experiment geglückt?

Ja. Wir sind zwar noch in der Auswertung, aber, was ich so beobachte, ja, ist geglückt. Natürlich ist die Arbeit nach dem Marktplatztag noch lange nicht getan. Jetzt müssen wir nachhaken, welche Absichtserklärungen umgesetzt werden und warum andere nicht zustande kommen. Aber zu verlieren hatten wir ja nichts, die alte Methode hat ja nicht funktioniert. Ich kann nur empfehlen, es auszuprobieren. Unter Opens external link in new windowwww.gute-geschaefte.org gibt es das Material.

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